Allgemeines zur Almwirtschaft in Niederösterreich


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In Niederösterreich sind 13.880 ha im Alm- und Weidebuch bzw. im Almkataster eingetragen (1,4% der landwirtschaftlich genutzten Fläche). Insgesamt sind in den Verzeichnissen der Niederösterreichischen Agrarbezirksbehörde rund 340 Almen mit durchschnittlich knapp 36 ha angeführt.

Rund 30% dieser Flächen sind im Eigentum von Privatpersonen. Rund 18% sind Eigentum der Österreichischen Bundesforste, 16% sind Eigentum von Agrargemeinschaften und knapp 15% sind im Eigentum von Genossenschaften. Der Rest ist entweder in Gemeinde- oder Kirchenbesitz. Seit dem EU-Beitritt wurde ein Teil dieser Flächen zum Heimbetrieb hinzugerechnet, so dass die Anzahl der registrierten Almen abgenommen hat. Auf den verbliebenen Almflächen ist jedoch ein verstärkter Auftrieb zu bemerken.
Ein kleiner Teil der Gesamtalmen von rund 4% wird als Servitutsalmen, über 16% als Agrargemeinschaften und 14% als Gemeinschaftsalmen bewirtschaftet. Zwei Drittel der Almen werden als Einzelalmen geführt.

Bereits seit Jahren hat eine starke Extensivierung in der Almbewirtschaftung eingesetzt. Es begann eine Umwandlung von Kuh- bzw. Sennalmen in reine Jungviehalmen und heute in immer mehr Mutterkuhalmen. Vor allem aufgrund der höheren Kosten durch die getrennte Bewirtschaftung, aber auch wegen des Fehlens saisonal einsetzbaren Personals. Ebenfalls zu bemerken ist, dass ein Übergang zur halterlosen Viehalpung stattgefunden hat. Die notwendige Erschließung der Almen mittels LKW- bzw. traktortauglicher Güterwege forcierte die Almbewirtschaftung vom Heimbetrieb aus. Die Auftriebsentwicklung ist seit dem EU-Beitritt als positiv zu sehen. Insbesondere durch die Vorteile der EU-Förderungspolitik werden seither mehr ehemalige Almflächen dem Heimbetrieb zugerechnet. Dies führt sogar dazu, dass ein Überangebot an aufgetriebenen Tieren einer begrenzten, eingetragenen Almfläche gegenübersteht. Es müssen daher immer wieder Landwirte abgewiesen werden, da die vorhandenen Flächen nicht genug Futter für die Weidesaison zur Verfügung stellen. Die wichtigsten Almgebiete in Niederösterreich sind die Wechsel-/Schneebergregion bis zum Bereich Gippel-Göller und im Westen der Bereich Hochkar-Königsberg.
Die zunehmende Verwaldung und Verbrachung der Grünland- und Almflächen bedrohen das intakte Landschaftsbild. Aus diesem Grund haben in Niederösterreich der Verein "Alm- und Weideland NÖ" und die NÖ Agrarbezirksbehörde das "Alm- und Weideland-Projekt" ins Leben gerufen. Inhalt dieses Projekts sind unter anderem Maßnahmen zur Wiederherstellung von Weideland auf verbuschten und verwaldeten Flächen, die Trennung von Wald und Weide sowie Almschutzmaßnahmen. Diese Projekte werden über das Programm der ländlichen Entwicklung gefördert. Insgesamt (Almen und Heimbetriebe) wurden bereits auf 770 ha Maßnahmen umgesetzt. Derzeit sind für weitere 300 ha Förderungen beantragt.

 

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