Allgemeines zur Almwirtschaft in Tirol

Das Erscheinungsbild der Tiroler Berglandschaft ist sehr stark durch die Almwirtschaft geprägt. Die Jahrhunderte lange Beweidung der alpinen und hochalpinen Lagen durch die Haustiere hat ihr heutiges Aussehen geschaffen. Der Mensch rodete Wälder und gestaltete durch die in der Intensität abgestufte Wirtschaftsweise eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft.
tiralmwirtsch_04.jpg
Nach der Almstatistik werden in Tirol 2.609 bewirtschaftete Almen gezählt. Der Anteil der Almfutterfläche liegt mit 205.000 ha bei 47 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Diese Fläche stellt somit eine unverzichtbare Futtergrundlage für die Tiroler Landwirtschaft dar und wirkt sich durch ihr Ausmaß auch auf viele andere Wirtschafts- und Lebensbereiche aus. Dies wird auch daraus ersichtlich, dass 55% der Tiroler Rinder gealpt werden bzw. 76% der Tiroler Bauern ihr Vieh zur Gänze oder zum Teil auf Almen auftreiben. Die Almbestoßung ist seit zehn Jahren insgesamt relativ konstant.
tiralmwirtsch_01.jpgtiralmwirtsch_02.jpg
Besondere Bedeutung hat - trotz hohen Investitions- und Betreuungsbedarfs - die Alpung von Milchkühen. Die Almmilch wird entweder ins Tal geliefert oder auf der Alm zu Käse und Butter verarbeitet.
tiralmwirtsch_03.jpg
Die Verknüpfung zum Tourismus wird nicht nur durch das Offenhalten der Almflächen und der damit verbundenen attraktiven Landschaft erreicht. Es ist vor allem auch die Anwesenheit von Almpersonal und die damit verbundene lebendige Almkultur von Bedeutung. Derzeit nimmt die Almwirtschaft in der gesamten Bevölkerung einen hohen Stellenwert ein. Es ergibt sich somit für so manchen Almbewirtschafter die Möglichkeit ein zusätzliches Einkommen durch eine touristische Nutzung zu erzielen und so den Weiterbestand der Alm zu sichern.

Tiroler Almschwein
Die Schweinehaltung war auf Tiroler Sennalmen ein traditioneller Bestandteil der Almwirtschaft. Diese Tradition wird neu belebt und im Projekt „Tiroler Almschwein“ mit einem saisonal begrenzten Angebot umgesetzt.
Die Tiroler Ferkel werden im Frühjahr vorgemästet und kommen mit ca. 35 bis 40 kg auf die Alm. Molke, gentechnikfreier Getreideschrot sowie Raufutter sind die Futtergrundlage. Jede Alm wird zwei bis dreimal kontrolliert und beraten. Die Fütterung mit Molke, die bei der Käseherstellung anfällt, und Getreide ist die ideale Grundlage für das Fleisch der Spitzenklasse. Die Firma Hörtnagl hat die Abnahme der Almschweine garantiert. Speck und Kaminwurzen vom Almschwein sind typische saisonale Produkte.
almschwein_01.jpg
ARTIKEL 1
ARTIKEL 2
almschwein_02.jpg
35 AbsolventInnen beim Almführerkurs in Tirol
Der Almführerkurs in Tirol wurde am 14. November mit der Übergabe der Dekrete an die Teilnehmer im Rahmen einer kleinen Feier abgeschlossen. Insgesamt konnten 35 AbsolventInnen die Dekrete aus der Hand der Obfrau des LFI Tirol, Frau Helga Brunschmid und dem Leiter der Abteilung Agrarwirtschaft beim Land Tirol, DI Alois Poppeller, entgegen nehmen. Durch die große Nachfrage wurden parallel zwei Kurse angeboten.
Der Almführerkurs wurde durch Mag. Carmen Kohler und Mag. Dagmar Schwienbacher, beide vom LFI Tirol sowie DI Franz Legner und DI Johann Jenewein, Mitarbeiter der Abt. Agrarwirtschaft beim Land Tirol, organisiert.
almfuehrerkurs_01.jpg
almfuehrerkurs_02.jpg

 

mit_unterstuetzung_von